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EU-Verordnung über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten

Ein erster Schritt für ein europäisches Neophytenmanagement

Die EU-Verordnung schafft eine erste Grundlage für ein verstärktes Vorgehen gegen invasive Pflanzen und Tiere

 

Verordnungstext

Vortrag von Stefan Nehring, BfN, zum Stand der Umsetzung der EU-Verordnung, 1.3.2017

Liste der invasiven gebietsfremden Pflanzenarten von unionsweiter Bedeutung

Seit 1.1.2015 gilt die Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten.

Im Mittelpunkt der Verordnung steht die Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung, für die Maßnahmen zum zukünftigen Umgang (Prävention, Früherkennung und rasche Reaktion, Kontrolle) festgelegt werden. Die Liste wurde unter Heranziehung von Risikoabschätzungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen erstellt und ist in ihrer ersten Fassung seit 4.8.2016 gültig. Jede Art musste bestimmte Kriterien erfüllen, um in die Liste aufgenommen werden zu können. Für die beschlossenen Arten gilt ein EU-weites Verbot, so dass deren Einfuhr, Erwerb, Verwendung, Freisetzung und Verkauf nicht mehr möglich sein werden. Auf der Liste stehen eine Reihe von in Deutschland bisher sehr seltenen oder noch fehlenden Arten, bei denen auf diese Weise die Gefahr einer Ausbreitung und Etablierung deutlich verringert werden kann.
 
NEHRING, S. Die invasiven gebietsfremden Arten der ersten Unionsliste der EU-Verordnung Nr. 1143/2014. BfN-Skripten 438. 136 S. >>
 
Wenn ein Fund einer bisher nicht in Deutschland vorhandenen Art gemeldet wird, müssen innerhalb von drei Monaten Maßnahmen zur Entfernung der Art getroffen werden.
 
In Sachsen-Anhalt kommen derzeit drei Pflanzenarten vor, die in der Liste genannt werden.
Am 13.9.2016 wurde die Wasserhyazinthe bei Magdeburg gefunden.
Seit 2009 gibt es ein stabiles Vorkommen der Wechselblatt-Wasserpest im Dorfteich bei Boßdorf.
Das Vorkommen des  Amerikanischen Riesen-Aronstabs, hier Gelbe Scheincalla genannt, im Harz wird seit mehreren Jahren durch die Untere Naturschutzbehörde Landkreis Harz bekämpft und ist auf wenige Pflanzen geschrumpft. 2015 sind zwei neue Fundorte des Riesenaronstabs gemeldet worden, in Quedlinburg und südwestlich von Salzwedel.
 
 
Derzeit enthält die Liste keine weitverbreiteten invasiven Neophyten, wie z. B. Riesen-Bärenklau oder die Staudenknöteriche. Dies hat teils formelle teils auch politische Gründe.
Für die Umsetzung der EU-Verordnung werden keine Gelder zur Verfügung gestellt, anders als bei FFH-Richtlinie oder Wasserrahmenrichtlinie. Daher gab es verständlicherweise erheblichen Widerstand aus den deutschen Behörden, neue Aufgaben zu übernehmen ohne dass deren Finanzierung geklärt ist.
 
Die Liste soll 2017 aktualisiert werden. Die Verordnung beinhaltet eine Vielzahl weiterer wichtiger Vorgaben (u.a. Überwachungssystem, Aktionspläne zu Einbringungspfade, Berichterstattung und Notifizierungen), die durch die Mitgliedsstaaten im Rahmen bestimmter Fristen implementiert und umgesetzt werden müssen.

Fragen und Antworten zur EU-Verordnung und zur EU-Liste (Europäische Kommission, in Englisch)

Kommentar vom Deutschen Naturschutzring  >>

 

 


Korina | Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten
Sachsen-Anhalts beim UfU e.V.
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