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Deutschland

Gesetzliche Regelungen auf nationaler Ebene

Pflanzenschutzgesetz (1986)  

Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt (2007)

Bundesnaturschutzgesetz (2010)

Weitere Berichte

Pflanzenschutzgesetz 

Das schon aus den 1980er Jahren stammende Pflanzenschutzgesetz beschränkt den Handel mit und erlaubt Maßnahmen gegen sogenannte „Schadorganismen“, die vor allem Nutzpflanzen schädigen könnten. Unter diesen Begriff können auch invasive Pflanzenarten fallen, wenn diese z.B. durch starke Konkurrenz andere (Nutz)-Pflanzen beeinträchtigen könnten.

Das Gesetz fordert

  • …“die Verhütung der Einschleppung oder Verschleppung von Schadorganismen,
  • die Abwehr oder Bekämpfung von Schadorganismen
  • den Anbau oder das Vorkommen bestimmter Pflanzenarten der zuständigen Behörde anzuzeigen
  • das Auftreten von Schadorganismen zu überwachen und
  • bestimmte Schadorganismen zu bekämpfen oder bekämpfen zu lassen…“

Zum Weiterlesen: Pflanzenschutzgesetz   

 

Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt 

Im Jahr 2007 verabschiedete die Bundesregierung die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt. Als ein Schritt zum Erhalt der natürlichen Biodiversität soll die Einschleppung und Freisetzung invasiver gebietsfremder Arten vermieden werden. Dort heißt es unter anderem: „Neben den negativen ökologischen Auswirkungen haben invasive gebietsfremde Arten negative ökonomische Auswirkungen  (z. B. für die Landwirtschaft und den Pflanzenschutz) sowie negative gesundheitliche Aspekte (z. B. Ambrosia als Auslöser von Allergien und die Herkulesstaude als Auslöser von phototoxischen Reaktionen).“

„Wir streben Folgendes an:

  • Berücksichtigung der Problematik der als invasiv bekannten Arten in Management -plänen bis 2020
  • Vermeidung der Einschleppung invasiver gebietsfremder Arten sowie weiterhin nur Freisetzung und kommerzielle Nutzung von transgenen Organismen, die für (…) Ökosysteme keine Gefahr erwarten lassen, wobei den besonderen Bedingungen dieser Ökosysteme Rechnung zu tragen ist.“

Als Ziel nennt die Strategie: „Die natürliche genetische Vielfalt der wildlebenden Populationen ist vor Beeinträchtigungen durch invasive gebietsfremde Arten und Zuchtformen geschützt.“

Zur Umsetzung dieses Ziels schlägt die Strategie die

  • „Erarbeitung einer nationalen Strategie zum Schutz vor invasiven Arten,
  • Prävention von invasiven Arten durch die Anwendung einschlägiger naturschutz-rechtlicher Bestimmungen (Schutz vor Verfälschungen wildlebender Tier- und Pflan-zenarten) und Entwicklung von >>Empfehlungen zum Umgang mit gebietsfremden invasiven Arten für Gärtner, Verwender, Garten- und Landschaftsplaner (Zentralverband Gartenbau)“

vor.

Zum Weiterlesen: Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (pdf) 4,3 MB

Bundesnaturschutzgesetz

Das Bundesnaturschutzgesetz von 2010 befasst sich in §40 mit nichtheimischen, gebietsfremden und invasiven Arten. Es schreibt Maßnahmen vor, um einer Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen und Arten durch invasive Arten entgegenzuwirken und Arten zu beobachten, die sich invasiv verhalten könnten:
 

Management:

„(1) Es sind geeignete Maßnahmen zu treffen, um einer Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen und Arten durch Tiere und Pflanzen nichtheimischer oder invasiver Arten entgegenzuwirken.“

Beobachtung:

„(2) Arten, bei denen Anhaltspunkte dafür bestehen, dass es sich um invasive Arten handelt, sind zu beobachten.“

Früherkennung und Sofortmaßnahmen:

„(3) Die zuständigen Behörden des Bundes und der Länder ergreifen unverzüglich geeignete Maßnahmen, um neu auftretende Tiere und Pflanzen invasiver Arten zu beseitigen oder deren Ausbreitung zu verhindern.“

Kontrolle:

„Sie treffen bei bereits verbreiteten invasiven Arten Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und die Auswirkungen der Ausbreitung zu vermindern, soweit diese Aussicht auf Erfolg haben und der Erfolg nicht außer Verhältnis zu dem erforderlichen Aufwand steht.“

Genehmigung:

„(4) Das Ausbringen von Pflanzen gebietsfremder Arten in der freien Natur sowie von Tieren bedarf der Genehmigung der zuständigen Behörde. (…) Die Genehmigung ist zu versagen, wenn eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten der Mitgliedstaaten nicht auszuschließen ist.“

Anordnung der Beseitigung:

„(6) Die zuständige Behörde kann anordnen, dass ungenehmigt ausgebrachte Tiere und Pflanzen oder sich unbeabsichtigt in der freien Natur ausbreitende Pflanzen sowie dorthin entkommene Tiere beseitigt werden, soweit es zur Abwehr einer Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten erforderlich ist.“

Besitz- und Vermarktungsverbote:

„§44 (4) Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit wird ermächtigt, (…) invasive Tier- Pflanzenarten zu bestimmen, für die… (Besitz- und Vermarktungs-) Verbote (…)gelten, soweit dies erforderlich ist, um einer Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten entgegenzuwirken.“

Zum Weiterlesen: Bundesnaturschutzgesetz (pdf) 0,2 MB

 

Weitere Berichte

Indikatorenbericht zur Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt (2010) (pdf) 3,6 MB

Umgang mit invasiven Arten – Empfehlungen für Gärtner, Planer und Verwender (2008)

Der vom Zentralverband für Gartenbau e.V. verfasste Bericht gibt für 33 Zier- und Gehölzarten, die im Gartenbau und im Landschaftsbau von Bedeutung sind, Empfehlungen zur Verwendung oder zum Verzicht auf einzelne Arten.

Zum Weiterlesen: Zentralverband Gartenbau und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Vereinbarung zum Umgang mit invasiven Arten (pdf) 0,08 MB

 Empfehlungen für Gärtner, Planer und Verwender (pdf) 2,8 MB

 

 

 


Korina | Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten
Sachsen-Anhalts beim UfU e.V.
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